Detailinformationen
- Alle Angaben ohne Gewähr auf aktuelle Richtigkeit -

"PDF"
- als Datei runterladen -


Campingplatzverzeichnisse - Dänemark - Finnland - Norwegen - Schleswig - Holstein - Schweden -
-
Vorwort

Die Länge der Tagesetappen kann dem eigenen Leistungsvermögen leicht angepasst werden, da Campingplätze, Wanderheime oder Miethütten reichlich am Wegesrand zu finden sind - die Harten lachen jetzt. Diese Route führt über nur ein paar wenige Fernstraßen, so dass Karten im Maßstab 1 : 800.000 ausreichen, mit meinen zwölf Karten im recht kleinen Maßstab, die nicht nur teuer sondern auch mindestens fünf Prozent meines Gepäckgesamtgewichtes ausgemachten, war ich reichlich überrüstet. "Let it be". In Dänemark z.B. wird der L 170 von der Grenze bis Århus gefolgt und es bedarf schon einiger Anstrengung sich zu verfahren, dies gilt auch für die anderen Länder. Meine im letzten Jahr geäußerte Kritik an der Ausschilderung in Schweden hat sich jetzt doch als recht voreilig herausgestellt. Radfahrwege sind bereits in Südschweden eher die Ausnahme. Personenwagen und auch LKW´s verhalten sich aber im Allgemeinen sehr rücksichtsvoll. Ein halben Meter Abstand zur linken Fahrbahnbegrenzung verschont einen vor zu dichten Überholvorgängen bei Gegenverkehr, der Folgeverkehr wartet dann auf eine gut Zeit, jetzt in der schlechten Zeit. Es gibt verschiedene Für und Wider bei der Wegauswahl, sei es an der norwegischen Nordsee - oder der schwedischen Ostseeküste entlang; auch durch Finnland sind einige die ich getroffen und gesprochen habe ihrem Traumziel entgegen geeilt. Jeder Weg wird wohl seine Vor- und Nachteile haben. Der Weg mitten durch Schweden hat den Vorteil, dass zumindest in der Zeit ab Anfang Juni immer auf Campingplatzen gelagert werden kann, für mich als gelernter Warmduscher durchaus ein Aspekt. Wild zelten ist in ganz Skandinavien kein Problem und fast überall erlaubt. Ich hab ein paar wirklich Harte getroffen, für die war Campingplatzbenutzung gleich Geldverbrennen. Die von mir besuchten Campingplätze schneiden bei einem Preisleistungsvergleich alle erheblich besser ab als ihre deutschen "Kollegen". Auf jeden Fall lassen sich so etliche Kronen sparen. Fürs Reisebudget ist Schweden auf jeden Fall das optimale. Es ist erfreulich viel in der Tüte fürs mitgebrachte Geld. Meine Spesen blieben erheblich unter meiner Vorstellung und Kalkulation, zu mindestens in Schweden. Norwegen setzt da schon ein schnelles Umdenken und ein weitläufiges Verwandschaftsverhätnis zu Krösus voraus. Finnland hat den Euro und ist wie Deutchland teuro. Personenwagen mit Anhänger sind reichlich unterwegs und so dürfte bei einem Notfall die erste Weiterbeförderung auch nicht das Problem sein, für den Fall der Fälle, Skandinavien hat ein sehr gut ausgebautes Busnetz und diese befördern auch Fahrräder. Einkaufmöglichkeiten gab es immer, wenn auch mal etliche Kilometer zu überbrücken waren, auch an den Tankstellen gibt es Lebensmittel zu kaufen und fast alle haben einen Imbiss, die Gefahr zu verhungern besteht nicht. Mit Englisch und - erstaunlich oft auch Deutsch - kommt Frau, Mann und Rad ohne Sprachproblem durch Land, Stadt und über den Fluss. Der großen Einsamkeit bin ich nicht begegnet, es war immer und manchmal auch zu viel Verkehr auf der Straße. Von Hamburg bis ans Nordkap hatte ich durchgängig ein Mobilfunknetz, Robinson Crusoe hatte damals nicht mal ein Festnetzanschluss. Ich habe mich nie sonderlich gefährdeter gefühlt als bei einem "normalen" Urlaub. Einem der 2.000 Bären zu begegnen erschien mir schon so abstrakt, dass wenn ich einen gesehen hätte ohnehin gleich einem plötzlichen Herztod erlegen wäre. "Eng wird es, wenn es an der Tanke keine Cola mehr zu kaufen gibt", erklärter mit ein bärtiger Radler aus München, der sonst mit seinem Motorrad auf Welttournee ist. Trainiert habe ich vor Tourbeginn nicht, meine erbrachte Jahreskilometerleistung vor der Reise war neunundzwanzig Kilometer und trotzdem ging es, abgesehen von den ersten zwei - drei Tagen sportlich recht locker ab. Losfahren - wollen - ankommen, so einfach "is et". Fury und ich sind an 70 Tagen, in 411 Stunden, 5.728 Kilometer gefahren. Dafür habe ich bei durchschnittlich neunundvierzig Umdrehungen des Powertrains pro Minute, die Pedale, den physikalischen Gesetzen gehorchend durch rhythmische Auf- und Niederbewegung der Beine, diese - also ich meine jetzt die Pedale - je einemillionenzweihundertachttausenddreihundertvierzigmal um die eigene Achse kreisen lassen. Cool, nee? Die Tour war nicht die ganz große Nummer, aber es war eine. Allen, die schon mal den Gedanken hatten zu fahren und ich denk mal wer bis hierher gelesen hat, hatte ihn, möchte ich sagen: "mach et". Wer den Rückweg in einem Flieger sitzend bewältigt - es soll schon sehr preiswerte Flüge ab Alta geben - kommt mit seinem Jahresurlaub aus. Die folgenden Detailerklärungen sind für den ein oder anderen vielleicht hilfreich und falls ihr Fragen habt - mailt - mir, ich antworte gerne. Es sei ausdrücklich erwähnt, dass sich die Informationen auf meine unmittelbare Route und Wahrnehmung beschränken, sicherlich gibt es sehr viele weitere nennenswerte Infos, die hier unerwähnt geblieben sind.

- zurück-


01. - Hamburg - Borgdorf-Seedorf  - 72 km / 4:57 h -

sowohl die Bundesstraße 4 als auch die Landstraßen verfügen weitgehend über Radfahrwege, die sich alle in einem guten bis sehr guten Zustand befinden. Es gibt keine keine erwähnenswerten Steigungen. Einkaufmöglichkeiten sind auf der ganzen Strecke reichlich gegeben. Zwischen den Orten Quickborn und Lentföhrden in Höhe von Kaltenkirchen - Springhirsch befindet sich die KZ - Gedenkstätte Kaltenkirchen, auch nur ein kurzer Besuch lässt die dunkle Seite der jügeren Geschichte spüren. In Bad Bramstedt wird am Ende des Ortes in Richtung Aukrug - Innien abgebogen, geht eine kleine Steigung rechts hoch. Ab Bahnhof Innien orientiert man sich nach Nortorf. Der gut ausgeschildete Campingplatz befindet sich in ca. zwei Kilometern Entfernung, am Ortskern vorbei in Richtung Kiel. Die Kleinstadt Nortorf bietet weitere Übernachtungsmöglichkeiten an.

- Campingplatz BUM - Hauptstraße,  24589 Borgdorf-Seedorf,  Tel. 0439284840

- zurück -


02. - Borgdorf-Seedorf - Jarplund  - 97 km / 8:08 h -

zurück bis Nortorf, dort vor den Bahngleisen rechts abbiegen auf die Nortorferstraße und dann der Ausschilderung des Fernradweges "Ochsenweg" folgen. Der Weg verläuft über verkehrsarme Nebenstraßen teilweise auch durch Wald und Flur, was schon mal mit Schieben verbunden sein kann. Der Nordostseekanal wird mit der Schwebefähre in Rendsburg überquert - ist ausgeschildert - nach Durchquerung der Fußgängerpassage auf der B 202 Richtung Heide bis Garlbek fahren, rechts abbiegen, einer kleinen Straße durch den Wald nach Lohe folgen und dann Richtung Kropp. In Schuby, in der "Bäckerei Kalinka" gibt´s lecker Kaffee und Kuchen von wohltuend netten und freundlichen Verkäuferinnen serviert, über Husumer Weg in den Weidenweg abbiegen, ist eine Abkürzung auf ganz ruhiger Straße nach Jübek. Die gesamte Etappe führt weitgehend durch ländliche Gegend, Einkauf- und Einkehrmöglichkeiten sind trotzdem reichlich gegeben. Keine Steigungen von Bedeutung.

- Campingplatz Jarplund - Am Campingplatz 1,  24976 Jarplund-Weding,  Tel. 0461979024

- zurück -


03. - Jarplund - Vonsild  - 92 km / 7:03 h -

etwa einen Kilometer südlich des Campingplatzes biegt rechts die Straße nach Dänemark ab. An der Grenze führt der Radfahrweg über einen Parkplatz direkt nach Padborg. Ab hier folgt man der teilweise mit einem Radfahrweg ausgestatteten L 170. Aabenraa und Haderslev können dank der allgemein guten Straßenbeschilderung in Dänemark, ohne Problem durchqueren werden. Da die L 170 parallel zur Autobahn verlauft ist sie gut und nervenschonend mit dem Rad benutzbar. Es sind ein paar Steigungen zu meistern, diese sind aber keine wirkliche Herausforderung. Einkauf- und Einkehrmöglichkeiten sind auf der gesamten Strecke reichlich gegeben. In Cristiansfeld, gegenüber dem Hotel ist ein empfehlenswertes Eiscafé. Der - City Camp - Campingplatz liegt direkt am Weg in Vonsild, einem Vorort von Kolding.

- Kolding City Camp - Vonsildvej 19,  6000 Kolding,  Tel. +4575521388

- zurück -


04. - Vonsild - Skanderborg  - 77 km / 6:22 h -

nach ca. einen Kilometer vor der Shell-Tankstelle rechts dem Radweg folgen, erspart die Durchquerung der City. Die Straße wird später zu Autostraße und der Radweg endet unvermittelt an einer Kreuzung ohne weitere Info. Dem Verlauf des links abbiegenden Bramdrupskovvej bis zum Ende folgen, dort rechts abgebogen stößt man wieder auf die L 170. Vejle ist problemlos zu passieren, Horsens wird Weitgehends umfahren, immer der L 170 folgen und ein Verfahren ist eigentlich nicht möglich. Teilweise ist ein Radfahrweg vorhanden, die Straße lässt sich auf der gesamt Etappe recht gut befahren. Ein paar kurze, starke Steigungen sind zu bewältigen. Einkauf- und Einkehrmöglichkeiten sind wieder auf der gesamten Strecke reichlich gegeben. Der Campingplatz liegt direkt an der L 170.

- Skanderborg Sø Camping - Horsensvej 21,  8660 Skanderborg,  Tel.  +4586511311

- zurück -


05. - Skanderborg - Grenaa  - 97 km / 7:08 h -

in Skanderborg am Rathaus geradeaus dem Radweg durch die City folgen, vor der "Realskole" rechtshalten und nach einer kleinen Steigung stößt man wieder auf die L 170. Dieser bis zur Stadtgrenze Århus folgen, links der O 2 Ausschilderung gefolgt ist zur Durchquerung dieser Großstadt kein besonders ausgeprägtes logistisches Talent erforderlich. Am Ortsende Løgten geht ein kleiner Strandweg nach Rønde rechts ab, dieser hat aber so schlechte Asphaltqualität, dass ich an heißen Tagen dringend die Weiterfahrt auf der Landstraße empfehle, über Kolind kann auf einer kleinen, wenig befahrenen Straße Grennaa entspannt erreicht werden. Auf der Fernstraße 16 der Ausschilderung Richtung Fähranleger folgen, zum Campingplatz geht es rechts vor dem Hafen auf den Fuglsangvej. Die gesamte Etappe ist recht unproblematisch zu bewältigen, ein paar nicht nennenswerte Steigungen stellen keine Herausforderung da. Einkauf- und Einkehrmöglichkeiten sind wieder in gewohnter Häufigkeit gegeben.

- Grenaa Strand Camping - Fuglsangvej 58,  8500 Grenaa,  Tel. +4586321718

- zurück -


06. - Grenaa - Varberg  - 7 km / 0:59 h -

ein Besuch der sehr belebten Innenstadt Grenaa´s empfiehlt sich als Erinnerung an "Nordic by nature". Im Hafen gibt es ein kleines, preiswertes Fischrestaurant, das seinen Charme aus der Schlichtheit seines Inventars bezieht. Zwischen Grenaa und Varberg werden pro Richtung je zwei Verbindungen von der Reederei Stena Line angeboten. Mittags und nachts verkehrt die "Stena Nautica" nach Schweden, morgens und abends zurück. Eine online Buchung erspart ca. zehn Euro Bearbeitungsgebühr und mit einer Reservierung ist der Fahrradstellplatz gesichert. Die Fahrt dauert etwas über vier Stunden, es gibt reichlich Gastronomie auf dem Schiff. Das Gepäck kann auf dem Rad verbleiben, die Laderäume sind während der Überfahrt verschlossen. In Varberg ist es uns nach seit Jahrzehnten wieder passiert, dass der von uns favorisierte Campingplatz auf der Rückreise Ende Juli ausgebucht war, es gibt aber einige dort und so war dies nicht das große Problem.

- Apelvikens Camping - Sanatorievägen 4,  43253 Varberg,  Tel. +46340641300

- zurück -


07. - Varberg - Svenljunga  - 90 km / 6:46 h -

vom Hafen bzw. dem Campingplatz kommend wird die City über den Ostra Hamnvägen oder der Vestra Vallgatan in nördliche Richtung verlassen, beide Straßen stoßen auf die R 153. Diese ist, da sich in Ullared das größte schwedische Einkaufszentrum befindet, sehr stark befahren und verfügt über keinen Radfahrweg. Einige Kilometer hinter Rolfstrop kann links über Fridhemsberg die R 154 via einer hügelige Nebenstraße erreicht werden. Die von dem Einkauftempels Ullared ausgehende Hektik bliebe einem so nervenschonend erspart. Auf der 154 nimmt der Verkehr ab, sie ist aber wie vorher schon die 153 recht hügelig und ein paarmal kommt der Durchschnittsradler ums schieben wohl nicht umhin. In Älvsered kann die schlichte Gemütlichkeit der Konditorei "Kringlan" dazu beitragen aus einer kleinen Pause einen großen Genuss zu machen. Kurz vor Svenljunga liegt der Campingplatz rechts an der R 154 und ist gut ausgeschildert. Auf der gesamten Strecke gibt es einige weitere Camping- und auch sehr schöne Rastplätze, diverse Einkaufsmöglichkeiten sind desweiteren vorhanden.

- Svenljunga Camping - Moga Fritid,  51280 Svenljunga,  Tel. +4632518192

- zurück -


08. - Svenljunga - Falköping  - 98 km / 8:15 h -

die R 154 bis kurz vor Kolarp weiter befahren, dort links Richtung Länhem abbiegen. In Länghem an der Kirche vorbei der dann bald unbefestigten Straße, diese lässt sich aber auch bei Dauerregen sehr gut befahren, nach Vegby folgen. Hinter dem Campingplatz links abbiegen und bis zur R 157 radeln und deren Verlauf bis Ulricehamn folgen. Es sind einige Steigungen auf diesem Teil der Stecken zu bewältigen. In Ulricehamn gibt es zahlreiche Einkaufmöglichkeiten, am Supermarkt links hoch stößt man auf die Fußgängerzone, dort wartet eine Konditorei mit super leckeren Kuchen und Sandwiches auf. Am Ende des Ortes ist die R 46 Richtung Skövde gut zu finden. In Blidsberg, bietet nochmals eine Cafeteria eine Stärkung an. Bis Falköping ist die Straße dann recht stark frequentiert und nur auf wenigen Kilometern mit einem Radfahrweg versehen. In Falköping befindet sich der Campingplatz auf der anderen Seite der Stadt auf einem Berg, ist aber recht unkompliziert und leicht zu finden. Eine Straße mit zwölf Prozent Steigung muss auf ca. zwei Kilometern bezwungen werden, bis man sein Zelt auf dem sehr schönen Campingplatz aufbauen kann.

- Mössebergs Camping & Stugby - Scheelegatan,  52130 Falköping,  Tel. +4651517349

- zurück -


09. - Falköping - Mariestad  - 84 km / 5:53 h -

über die Danska Vagen, dort lädt in Höhe des Mössebersparken ein Café mit seiner original Einrichtung aus den vierziger Jahren zum Frühstück ein, wird die L 184 erreicht, über welche nach rechts abgebogen wieder auf die R 46 gestoßen wird. Nach ca. zwanzig Kilometern in Richtung Skövde stößt diese auf die stark befahrene R 26, welche hinter dem bald kommenden Rastplatz für Radfahrer gesperrt ist. Der dort beginnende Radfahrweg leitet einen easy durch Skövde. Bei Stöpen beginnt eine kleine, rechts parallel zur R 26 verlaufene ruhige Landstraße, welche über Binneberg und Ullervad einen nervenschonend nach Mariestad führt. Der dortige Campingplatz ist gut ausgeschildert und leicht gefunden. Die Etappe hat kaum Steigungen und etliche Einkauf- und Einkehrmöglichkeiten sind über den gesamten Streckenverlauf reichlich gegeben.

- Ekuddens Camping - Ekudden,  54201 Mariestad,  Tel. +4650110637

- zurück -


10. - Mariestad - Kristinehamn  - 82 km / 5:03 h -

über den Stockholmsvägen stößt man wieder auf die R 26, welche hier bis kurz hinter Hasslerör mit der E 20 vereint ist, wo sie dann Richtung Sjötrop nach links abbiegt. Trotz des erhöhten Verkehrsaufkommens lässt sie sich auf Grund ihrer Breite sehr gut befahren. Dem Straßenverlauf der R 26 für ca. siebzig Kilometer folgend, biegt man bereits vor dem Stadtkern Kristinehamns am Kreisverkehr nach links ab, über den Varnumsleden wird nach einer kurzen Steigung die E 18 errreicht, dort befindet sich links vor dem McDonald´s Gebäude gleich die Rezeption des Kvarndammens Campingplatzes. Die Etappe stellt keine besondere sportliche Herausforderung dar, sie führt über flache, verkehrsruhige Straßen, es gibt reichlich Einkehrmöglichkeiten und in Gullspång einige Geschäfte.

- Kvarndammens Camping - Platz existiert nicht mehr -

- zurück -


11. - Kristinehamn - Filipstad  - 57 km / 3:51 h -

da die unmittelbar vor dem Campingplatz verlaufende E 18 nach ein paar hundert Metern zur Autostraße wird, fährt man über dem Varumsleden etwa achthundert Meter zurück, bis dort rechts der Närkevägen abzweigt. Diesem folgt man geradeaus bis zum Ostra Ringvägen , dort an der Kreuzung befindet sich ein großer Supermarkt mit sechzehnstündigen Öffnungszeiten, auch sonntags. Rechts abgebogen, stößt dieser nach ca. einem Kilometer auf den Dalavägen, wiederum rechtsabgebogen kommt man nun direkt wieder auf die R 26. Nach ca. fünfundzwanzig Kilometern, in Nässundet freut sich zwischenzeitlich noch im dortigen Bahnhofsgebäude ein total gemütliches Värdshus auf einen Besuch, erreicht man Storfors, immer der R 26 folgend ist diese leicht durchquert. Dort gibt es weitere Einkaufmöglichkeiten und eine Tankstelle, welche wie in ganz Skandinavien üblich auch immer als Imbissbude recht gute Dienste erfüllt. Auf der Hälfte der noch folgenden zwanzig kilometerlangen Strecke bis Filipstad, ist in Höhe von Nykroppa ein Rastplatz mit einem kleinen Lokal, dort wird gute Hausmannskost preiswert angeboten. In Filipstad stößt man direkt auf eine Hauptstraße, die Hertig Karlsgatan, dieser nach links abgebogen folgend, erreicht man nach vierhundert Metern rechts den Skillervägen und sieht den in ein paar Meter entfernten, rechtordentlichen Campingplatz. In Filipstad gibt es reichlich Einkaufmöglichkeiten. Die ganze Strecke ist recht flach und auch das Verkehrsaufkommen ist ziemlich moderat.

- Munkebergs Camping - Skillervägen,  68233 Filipstad,  Tel. +4659050100

- zurück -


12. - Filipstad - Vansbro  - 102 km / 6:40 h -

über die Hertig Karlsgatan stößt man nach ein paar hundert Metern wieder auf die R 26, welche mit einer starken Steigung, wie haben geschoben, aus der Stadt heraus führt. Bis kurz hinter Persberg ist sie mit der R 63 vereint, was das Verkehrsaufkommen aber nicht dramatisch erhöht. In Långban besteht die Möglichkeit zur Einkehr in einem schlichten Restaurant, welches von einem ausgewanderten Brandenburger betrieben wird. Die jetzt recht verkehrsarme R 26 führt weitgehend durch Waldgebiet. An einigen kleinen Seen befinden sich schöne Rastplätze mit teilweise recht soliden Schutzhütten. In Vansbro wird nach der Brücke, im Kreisverkehr in den Järnavägen abgebogen und nach ca. vierhundert Metern sieht man den Campingplatz schon hinter der Q 8 Tankstelle. Wir haben auf der gesamten Strecke dreimal geschoben, sind aber wie bereits erwähnt auch keine Bergziegen. Die Etappe stellt keine besondere Herausforderung dar. Einkaufsmöglichkeiten gibt es unterwegs in Lesjöfors. In Vansbro bieten sich auch wieder reichliche Einkaufsmöglichkeiten an.

- Vansbro Camping - Järnavägen 12,  78050 Vansbro,  Tel. +4628175263

- zurück -


13. - Vansbro - Orsa  - 97 km / 6:44 h -

auf dem Radfahrweg des Järnavgen fährt man wieder zurück, bis dieser nach einer Flussüberquerung auf der R 26 endet, die jetzt bereits Inlandvägen heißt. Dieser führt durch ruhiges und verkehrsarmes Waldgebiet und stößt ca. nach vierzig Kilometern in Johannisholm auf die E 45. Hier befindet sich ein Campinglatz direkt an einem See. Gleichfalls befindet sich dort der "Johannis Krog", ein "Värdshus", dessen superfreundliches Personal mit seiner herzlichen Art den uns seit Stunden begleitenden Regen schlagartig vergessen ließ. Auf der E 45 nimmt der Verkehr auf den folgenden fünfunddreißig Kilometern bis Mora ordentlich zu. Auf halber Strecke befindet sich in Siliansfors ein Waldmuseum mit einem super gemütlichen Cafe unter holländischer Führung, dessen Besuch man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Verkehrsmäßig wirkt Mora ein wenig wie New York, fragte mich wo die ganzen Autos herkommen. Da E 45 die Hauptverkehrsachse darstellt, bedarf es aber keiner besonderen logistischen Fähigkeiten die Stadt zügig zu durch fahren. Die restlichen zwanzig Kilometer bis Orsa stellen auch keine besondere Herausforderung mehr da. Dort im Kreisverkehr am Ortseingang wird die E 45 über den Moravägen verlassen, dieser stööt an der Kirche auf den Kyrogatan, diesem gefolgt bis zum Storgatan findet man in ein paar Minuten den Campingplatz recht leicht. Ich habe "Fury" dreimal kurz geschoben, die Steigungen wären aber auch zu befahren gewesen. In Mora gibt es jede Menge Geschäfte. Die Möglichkeit einzukehren gab es reichlich. Alles in allem wieder eine durchaus moderate Etappe, durch teilweise erhöhtes Verkehrsaufkommen bei Mora etwas nervig.

- Orsa Camping - Timmervägen 1,  79431 Orsa,  Tel. +4625046200

- zurück -


14. - Orsa - Sveg  - 128 km / 9:02 h -

über den gleichen Weg wieder bis zum Kreisverkehr zurück gefahren, dort an der Tankstelle sollte man sich nochmal einen Kaffee gönnen und den Proviant gegebenenfalls aufstocken, denn ab dann wird es einsam, befährt man wieder die E 45. Die gesamte Strecke ist recht bergig und schwer zu fahren. Es sind schon ein paar hundert Meter Höhenunterschied zu bewältigen. Kurz vor Amådalen kommt es ganz dicke, sprich steil. An dem Tag als wir die Strecke fuhren - 11.06.09 - gab es Dauerregen und es war recht kühl. Es erschien mir nicht mehr abstrakt, dass Erschöpfung und Kälte schnell zu einer ernstzunehmende Gefahr werden können. Hin und wieder mal ein unbewohntes Wochenendhaus, von Zeit zu Zeit ein Auto und sonst eine aus dem Nichts geborene Stille. Ein mit Tankstelle und Cafe auf dem Verkehrschild avisierter Rastplatz in Höhe von Älvho entpuppte sich als Münztankstelle und Cafe nach Voranmeldung für Busse. Ziemlich auf der Hälfte der Strecke bei Kvarnerget befindet sich ein Truckertreff mit einem recht brauchbaren Imbiss, kurz danach ist noch ein Restaurant mit Hüttenvermietung zu finden. Einmal gibt es noch eine geschlossene Ortschaft, Transjöborg, aber auch da weit und breit nichts, kein Geschäft, Tanke oder Mensch auf der Strae. In Fågelsjö soll es eine Bahnhofsgaststätte geben laut Inlandsbanan. Die letzten dreißig Kilometer bis Sveg sind dann eher wieder leicht zu fahren. Gleich am Ortseingang befinden sich ein paar Geschäfte und Restaurants. Links bei dem hölzernen Bären in den Vallarvägen abgebogen stößt ist man gleich auf dem Campingplatz in der Kyrkogränd. Diese Etappe ist abgesehen von der am letzten Tag zum Nordkap hoch schon die schwerste.

- Svegs Camping - Kyrkogränd 1,  84232 Sveg,  Tel. +4668013025

- zurück -


15. - Sveg - Åsarna  - 111 km / 7:17 h -

auf der E 45, Innerorts der Vallarvägen genannt, geht es auf flacher Strecke nach Ytterhogdal, dort bestehen mehrere Einkehrmöglichkeiten. Tankstelle und Supermarkt sind gleichfalls vorzufinden. Danach führt die E 45 durch landschaftliche Highlights, welche das Herz eines Bayernfans - ich meine jetzt das Bundesland - vor Entzückung höher schlagen last. Etwa auf der Hälfte des Weges, in överhogdal befindet sich die Forngård Museumsanlage, einen Besuch der Anlage und auch des dortigen kleinen Museumscafés sollte man auf keinen Fall versäumen. Die restlichen sechzig Kilometer bis Åsarna läuft ein gut geschmiertes Rad, ohne viel äußere Einflussnahme, gerade zu allein. Der Campingplatz in Åsarna liegt direkt an der E 45 und ist nicht zu verfehlen. Auf der Etappe gibt es einige Geschäfte und Tankstellen. Sie ist recht anspruchslos zu fahren, meistens verkehrsarm und nach der Vorherigen eine echte Wohltat für den Körper und versöhnt die Muskulatur wieder mit dem Teil des Gehirns, der sich die Fahrt ausgedacht hat.

- Åsarnaskicenter - Olstavägen 45,  84031 Åsarna,  Tel. +4668730230

- zurück -


16. - Åsarna - Östersund  - 75 km / 5:30 h -

die Etappe ist mit ihren fünfundsiebzig Kilometern recht kurz und auch einfach zu fahren. Keine Steigungen, zweimal geht aus es dem Süden kommend sogar bergab. In Svenstavik gibt es bereits nach fünfzehn Kilometer die erste Möglichkeit im größeren Rahmen einzukaufen. Einige Lokale befinden sich auch in dieser mit tausend Einwohnern eher kleinen Gemeinde. Auch auf den nächsten fünfzig Kilometer bis zur viertausend Seelen Gemeinde Brunflo braucht man sich nicht vor Hunger oder Durst zu fürchten. Ein Imbiss und Lebensmittelgeschäft sichern neben einigen Tankstellen jederzeit den Proviantnachschub. Das Verkehrsaufkommen ist höher als die Gegend vermuten lassen würde, durch den teilweise vorhandenen Radfahrweg aber kein weiter ernstzunehmendes Problem, weder für Herz noch Nerven. Kurz nach Bunflo wird die E 45 zur Autostraße, über Ope ist jedoch ein sehr gut befahrbarer Radfahrweg als Alternative ausgewiesen, der obendrein den Vorteil hat direkt zum Campingplatz in Östersund zu führen.

- Östersunds Stugby & Camping - Krondikesvägen 95,  83182 Östersund,  Tel. +4663144615

- zurück -


17. - Östersund - Strömsund  - 108 km / 8:06 h -

dem Krondikesvägen für ca. tausendfünfhundert Meter gefolgt, stößt man auf den Stuguvägen, gegenüber auf der anderen Seite der Kreuzung beginnt der Genvägen. Diesem weiter ca. tausendzweihundert Meter bis er in den Litsvägen mündet gefolgt, dort rechts abgebogen stößt dieser nach weiteren tausendfünfhundert Metern auf die E 45. Genau an der Stelle wo diese keine Autostraße mehr ist. Alle Radfahrer - inklusive uns auf der Hinfahrt - die wir gesprochen hatten, haben hier bei der Suche nach der Zufahrt zur E 45 reichlich Zeit in den Sand gesetzt. Ab hier braucht man erst mal keinen Blick mehr auf die Karte zu werfen, immer der E 45 folgend, kommt man seinem Ziel näher. Bis Hammerdal sind es fünfundsechzig Kilometer, auf dem Weg dorthin kann in Lit, einer kleinen Stad mit Campingplatz, Geschäften und einer Tanke eingekauft oder gerastet werden. Ebenfalls ein Lebensmittelmarkt und Tankstelle gibt es in Häggenås. In Hammerdal befinden sich ein paar Restaurants und Supermärkte mit Cafeteria, desweiteren eine Tanke. Nochmals gut dreißig Kilometer und Strömsund ist erreicht. Der Campingplatz liegt vor der Stadt direkt an der E 45 und kann nicht verfehlt werden. Die Etappe ist schon etwas anspruchsvoller, wie haben an einigen Steigungen das Schieben dem Klettern vorgezogen. Der freidaliegenden, landwirtschaftlich genutzten Natur ist anzusehen, dass hier öfters rauhe Winde brausen auch wir hatten teilweise arg gegen den Wind anzukämpfen. In dieser Gegend soll es auch die meisten Bären Schwedens geben.

- Strömsunds Camping - Näsviken,  83324 Strömsund,  Tel. +4667016410

- zurück -


18. - Strömsund - Vilhelmina  - 130 km / 8:57 h -

durch die Stadt, dort gibt es reichlich Geschäfte und Restaurants wird die Stadt über eine kleine Steigung verlassen, sobald man aus dem unmittelbarem Einzugsgebiet heraus gefahren ist, lässt der Verkehr nach und die Ruhe der Weite des Nordens tritt wieder ein. Bis Hoting führt die E 45 durch dünnbesiedeltes Waldgebiet. In Lövberga befindet sich direkt an der E 45 ein kleiner sehr gepflegter Campingplatz, der zu einer Rast einlädt. In Hoting gibt es alles was das Herz erfreut zu kaufen. Auf der mit jedem Kilometer ruhiger werdenden Europastraße, die jetzt oft eher einer Heidekreisstraße gleicht, wird kurz vor Dorotea Lappland erreicht. Eine dort aufgestellte Skulptur lässt ein Gefühl für Weite und auch ein klein wenig Stolz über die bereits zurückgelegten Kilometer aufkommen. Dorotea verfügt über einen Campingplatz und reichlichen Einkaufsmöglichkeiten, am Ende des Ortes bietet ein Cafe seine süßen Köstlichkeiten und auch andere appetitlich zubereitete Speisen an. Die Straße wird jetzt nochmals ruhiger und einsamer, die restlichen dreißig Kilometer bis Vilhelmina führen durch die gewohnte, recht waldige Landschaft. In Meselefors auf dem Campingplatz kann noch mal eine Stärkung gekauft werden. In Vilhelmina biegt man von der hier Innerorts Volgsjövägen genannten E 45 auf den Dalagatan rechts ab und dort erreicht man nach ein paar hundert Metern einen der besten Campingplätze unserer Reise. Die gesamte Etappe lässt sich gut fahren, keine nennenswerte Steigungen, bei stetig abnehmendem Autoverkehr. An unserem Reisetag setzten uns allerdings teilweise recht starke Windböen zu.

- Saiva Camping - Baksjön 1,  91231 Vilhelmina,  Tel. +4694010760

- zurück -


19. - Vilhelmina - Storuman  - 72 km / 5:57 h -

den Dalagatan wieder zurück gefahren wird auf dem Volgsjövägen Vilhelmina nach etwa einem Kilometer verlassen. In Vilhelmina gibt es Geschäfte, Cafés und Tankstellen in Hülle und Fülle. Siebzig Kilometer führt die E 45 jetzt über größere und kleinere Steigungen, durch zunehmend dünnbesiedelteres Gebiet, am Straßenrand das gewohnte Bild eines mehr oder weniger dichten Waldes und jetzt auch des ofteren das einer Moorlandschaft. Nach fünfundzwanzig Kilometern kommt in Vojmån eine Rastplatz mit einem angrenzenden Campingplatz, in dessen gemütlicher Cafeteria man sich mit selbstgebackenen Kuchen für die weitere Fahr stärken kann. Der weitere Verlauf der noch kommenden ca. fünfundvierzig Kilometer bis Storuman vermittelt weiterhin keine neuen Eindrücke der Landschaft. Zehn Kilometer vor Storuman bietet sich noch mal eine Rastmöglichkeit. Das "Nybyggyrland" vermittelt mit einem Siedlerhäuschen, einer Samenhütte (Kåta), einer Räucherkammer und einen sämischen Pfahlschluppen einen kleinen Einblick in das Leben der Samen. Im "Vildmarks Caféet" werden nordschwedische Spezialitäten und leckere Mehlspeisen angeboten. Gleichfalls ist der Kauf von kunstgewerblichen Erzeugnissen der Sami dort möglich. In Storuman stößt die E 45 auf die E 12 und über den Blå Vägen erreicht man am Ende des Ortes, den Abzweig der E 45 ignorierend, einem Kreisverkehr, dort führt der Materialvägen nach ein paar hundert Metern zum Campingplatz. Die Etappe ist etwas anspruchsvoller, ein paar Steigungen sind schon kraftzehrend, stellt aber bei weitem keine besondere sportliche Herausforderung dar.

- Storumans Bad och Camping - Lokgränd 3,  92331 Storuman,  Tel. +4695114300

- zurück -


20. - Storuman - Sorsele  - 75 km / 5:16 h -

über den Vallnäsvägen und dem Järnväsgotan, hier bitten sich dem der sein Proviant aufstocken will oder sonst noch Irgendwas für die weiter Reise braucht alle Möglichkeiten sich einzudecken, wird über den Skolgatan und dem Zakrisvägen nach ein paar hundert Metern wieder die E 45 erreicht, welche nach weiteren hundert Metern rechts abbiegend, sich wieder von der E 12 trennt. Die Landschaft bietet weiterhin das gewohnte Bild, mal mehr oder weniger dichter Wald, aufgelockert durch Seen und vereinzelt warten kleine Holzhäuser auf ihre Wochenendbesucher. Nach ca. fünfunddreißig Kilometern, kurz nach dem die Gleise der Inlandsbanan die Straße gekreuzt haben, geht bei Sandsjönäs auf der rechten Seite ein kleiner Weg ab und führt direkt zum "Wärdshus Sandsjögården", auf keinem Fall sollte auf eine Rast dort verzichtet werden. Ein paar Kilometer weiter, in Blattniksele ist nochmal ein Lebensmittelgeschäft, eine Tankstelle und ein Campingplatz zu finden. Die E 45 ist hier wieder stärker besiedelt, was schon eher ungewohnt anmutet. Bis Sorsele sind nochmal gut dreißig Kilometer auf flacher Straße zurückzulegen. Im Ort ist vom Bahnhof an der kurze Weg zum Campinglatz ausgeschilderte und kann eigentlich nicht verfehlt werden. Bei Supermarkt wird in den Fritidsvägen abgebogen, hier ist hundert Meter vor dem Campingplatz noch ein Folklorecafé mit seinem gepflegten Garten erwähnenswert. Auf dem ersten Drittel ist die Etappe bergig und etwas schwieriger zu fahren, was sich aber zum Schluss hin durch einem recht flachen Straßenverlauf wieder ausgleicht. Sportlich gibt´s auf diesem Part der Tour keine Medaillen zu verdienen.

- Sorsele Camping - Fritidsvägen,  92070 Sorsele,  Tel. +4695210124

- zurück -


21. - Sorsele - Arvidsjaur  - 88 km / 6:49 h -

bevor man sich in Sorsele auf den Weg nach Arvidsjaur macht, sollte die Wasserflasche nochmal auf Füllung geprüft worden sein, eine extra Rolle Kekse mitzunehmen bietet sich auch an. Die ganze Etappe führt über etliche, teilweise auch recht starke Steigungen, ein Auf und Ab den ganzen Tag lang. Der Baumbestand wird dünn und dünner und in den partiell neben der Straße verlaufenen Mooren freut sich so manch eine Mücke über jede zusätzliche Einnahme an Blutzoll. Eine Fahrstunde nach Sorseles sahen wir ein Rentier, einen stattlichen Bock. Diese erste Begegnung mit den halbwilden Tieren der Samen hatte schon was Fremdes und deshalb auch sehr Beeindruckendes an sich. Im Laufe des Tages sind wir noch durch etliche Herden hindurch gefahren, was nicht mehr als aufregend empfunden wurde. Sie bildeten immer brav eine schöne Gasse und wirkten alle recht harmlos, was aber auch täuschen mag und so vielleicht auch nicht sein muss. Weltweit werden jährlich zehn Menschen durch Bären getötet aber Hundert durch Rentiere, da seit hundert Jahren kein Mensch in Schweden mehr von einem Bär getötet wurde, ist wird die Quote der Rentieropfer, nach dieser Logik in Relation gesetzt, dann auch gegen Null tendierend, hoff ich mal so. Die E 45 bringt uns heute nicht richtig dem Nordkap näher, sondern führ fast auf gleiche Höhe nur in östliche Richtung. In Slagnäs, knapp der Hälfte des Weges, gibt es die einzige Möglichkeit in einem "Lanthandel  Geschäft einzukaufen, gleich nebenan im "Folkets Hus" ist ein kleines, bescheiden eingerichtetes Restaurant, welches recht preiswert leckere Hausmannskost anbietet. Der kostenlos nutzbare Internetzugang erinnert einen wieder daran, dass der Puls der Zeit woanders nicht so ruhig wie hier schlägt. Einen Campingplatz gibt es auch, dort wird in einem Kiosk ein kleines Sortiment an Lebensmitteln und Getränken zum Verkauf angeboten. Auf dem Rest der Strecke bis Arvidsjaur ist jetzt nur noch Berg- und Talfahrt angesagt, eventuell mit etwas Gegenwind angereichert. Die E 45, im Kreisverkehr über die Norrvägen in Richtung City verlassend kommt nach ein paar hundert Metern rechts der Järnvägsgatan, diesem für gut zwei Kilometer gefolgt erreicht man direkt den Campingplatz, ohne sich durch die Stadt gequält zu haben. Die Etappe ist schon recht anstrengend und ein guter Schlaf ist heute gesichert.

- Camp Gielas - Järnvägsgatan 111,  93334 Arvidsjaur,  Tel. +4696055600

- zurück -


22. - Arvidsjaur - Jokkmokk  - 163 km / 12:20 h -

über den Villavägen gelangt man nach wenigen Metern auf den Storgatan, der Hautstraße Arvidsjaurs welche an vielen Geschäften und Restaurant vorbei aus der Stadt heraus zur E 45 führt. Wer es ruhiger mag, kann wieder so zurückfahren wie er schon gekommen ist. Durch die gewohnte Landschaft geht es fünfzig Kilometer ohne viel Autoverkehr aber mit einigen Steigungen nach Moskosel, dort befindet sich ein Campingplatz direkt am See und eine Cafeteria lädt zur Pause ein. Nach ein paar weiteren Kilometern wird der Piteälven erreicht, dort gibt es auf dem Parkplatz ein Sanitärgebäude mit einem Trinkwasseranschluss, auf der anderen Seite der Brücke den ersten Weg links runter gelangt man zu einer Rafting - Mietstelle, dort wird auch Kaffee und Kuchen angeboten. Am Landschaftbild ändert sich weiterhin nichts, der gewohnte Wald an beiden Seiten der Straße und auch nach der Einmündung der R 374 erhöht sich das Verkehrsaufkommen nicht. In Kådalis gibt es eine Tankstelle mit einem Laden, desweiteren verkauft dort ein Same in einem Kiosk, neben Rentierfällen auch eiskalte Getränke. Zwei Kilometer weiter, gleich nach dem Bahnübergang gibt es in Kittajau das Vildmarkscafé, nochmals ist hier die Möglichkeit sich mit Kaffee und Kuchen oder einer Rentierspezialität für die Weiterfahrt zu stärken gegeben. Etwa fünfzig Kilometer sind es jetzt noch bis zum Polarkreis, dort kann sich an einem Kiosk gestärkt oder mit einem Getränk auf das Erreichte anzustoßen werden. Die jetzt noch übergebliebenen letzten zehn Kilometer bis Jokkmokk lassen sich recht locker fahren. Dort stößt die E 45 auf die R 97 und es wird rechts auf die Storgatan abgebogen, jetzt nur noch immer schön dem Radfahrweg gefolgt, kommt man nach ca. zwei Kilometern zum Campingplatz. Die Etappe ist schon wegen der reichlichen Steigungen eher schwierig zu fahren. Das Verkehrsaufkommen verringert sich aber mit jedem gefahrenen Kilometer zu sehend.

- Jokkmokk Camping Center - Notudden,  96222 Jokkmokk,  Tel. +4697112370

- zurück -


23. - Jokkmokk - Gällivare  - 100 km / 7:13 h -

auf dem gleichen Weg geht es wieder zurück zur E 45. Kurz vor dem Kreisverkehr befindet sich auf dem Storgatan links die "City Konditoriet", welche in ihrem im nostalgischen Stil der der Fünfziger Jahre gehaltenen Cafe, mit einem herzhaften Frühstück, auf gesunde Art die benötigten Kalorien der neue Tagesetappe liefern kann. Ein paar Meter weiter in einem Sportgeschäft mit einer Outdoor - Abteilung besteht die Möglichkeit sein Equipment zu erweitern oder Teile zu erneuern, auch die sonst selten in Schweden angebotenen "GAZ" Kartuschen waren hier vorrätig. Nach ca. fünf Kilometern wird das Kraftwerk "Water power house Akkats" passiert, mit dessen Bemalung "Vattenfall" erheblich sympathischer rüberkommt als mit dem grauen Beton seiner Atomkraftwerke. Auf flacher Straße wird nach ein paar weiteren Kilometern der Inlandbanan - Haltepunkt Vaikijaur erreicht, ein Souvenirkiosk mit einer Cafeteria befindet sich gleichfalls dort. Nach weiteren fünfzehn Kilometern geht es recht halsbrecherisch bergab, nach der Überquerung eines Stauwerks, folgt dann auf den restlichen zwanzig Kilometer bis Porjus allerdings mit eine Steigung nach der Anderen die Bezahlung dieser kurzen Freude. Beim teilweise nötigen Schieben kann man sich von der Schönheit der Natur als Ausgleich aber sehr beeindrucken lassen. Kurz vor Porjus wird nochmals ein Wasserkraftwerk passiert, im "LaponiaPorten" befinden sich eine modern eingerichtete Cafeteria und eine Vattenfall-Information, welche drei kostenfreien IT-Terminals anbietet. Erwähnenswert ist auch das hier errichtete "Kraft -Monument" welches die Leistung der Arbeiter beim Bau des Staudammes würdigt. Direkt im Ort ist ein Lebensmittelladen, eine Tankstelle und Restaurant. Die restlichen sechzig Kilometer der Etappe führen auf eher flacher Strecke durch immer karger werdende Landschaft, welche stellenweise auch sumpfig ist. In Gällivare ist am Ortseingang, nach einer Brücke auf der linken Seite, gleich die Zufahr zum Campingplatz und nicht zu verfehlen. Die Etappe lässt sich abgesehen vom Mittelstück locker fahren und fordert kein besonderes Attribut an Bein oder Seele.

- Gällivare Camping - Hembygdsområdet,  98222 Gällivare,  Tel. +4697010010

- zurück -


24. - Gällivare - Vittangi  - 105 km / 6:52 h -

Gällivare bietet mit seinen zahlreichen Geschäften sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, erwähnenswert ist der Sportladen in der Mitte des Centrums, welcher mit einer sehr großen Outdoor - Abteilung überzeugt. Restaurants und Cafés gibt es gleichfalls einige. Zur Weiterfahrt, dem sich jetzt immer mehr näherden Ziel entgegen, braucht die Stadt nicht unbedingt durchqueren zu werden. Es bietet sich eine Abkürzung an, wenn vom Campingplatz kommend auf der E 45 an der ersten Kreuzung rechts in den Lasarettsgatan abgebogen wird, nach ein paar weiteren Metern im Kreisverkehr dann die erst Abfahrt genommen, bringt der Luleåvägen einen direkt zur E 10, welche für die nächsten sechzig Kilometer mit der E 45 vereint ist. Die Verkehrsdichte nimmt auf diesem Streckenabschnitt ein wenig zu, ist aber nicht weiter problematisch. Einige langgezogene Steigungen sind am Anfang der Etappe zu meistern, ich habe sie alle geschafft und trotz gegenteilig gelesener Meinung auch nicht als so dramatisch empfunden. Nach ca. vierzig Kilometern gibt es in Skaulo die erste Einkaufsmöglichkeit und auch ein Gasthof freut sich über Besucher. In Puoltikasvaara, nur ein paar Kilometer weiter gibt es eine Bäckerei mit Café, wiederum nur ein kurzes Stück des Weges gefahren kommt direkt nach der Brückenüberquerung des Kalixälven Flusses ein großer Parkplatz mit einem Restaurant, dessen Besuch ich sehr genossen habe. Nach einer Stunde Fahrzeit trennen sich in Svappavaara E 10 und E 45 jetzt wieder. Im Ort gibt es auch wieder die Möglichkeit Lebensmittel einzukaufen. Zur Mitte der letzten dreißig Kilometer hin, ist noch mal ein großer Rastplatz mit Bänken und Tischen vorzufinden. Die Straße wird jetzt zu nehmend einsamer und auch die Landschaft wird immer verträumter. Einige Kilometer vor Vittangi stand ein Fuchs am Straßenrand und zeigte recht deutlich, dass wir ihm nicht sonderlich viel Angst einflössen. Am Ortsanfang hätte mich die Begrüßung durch einen Hasen nicht mehr sonderlich verwundert. Der Ort verfügt über eine Tankstelle, und ein paar kleine Geschäfte befinden sich im Centralvägen, welche für schwedische Verhältnisse schon recht früh bereits um achtzehn Uhr schließen. Eine Pizzeria befindet auch noch zur Stärkung im Ort. Immer weiter dem Straßenverlauf der E 45 gefolgt, wird nach der Überquerung des Vittangiälven gleich nach der Brücke auf der linken Seite der Weg zum Campingplatz angezeigt. Alles in allem eine durchaus durchschnittliche Etappe ohne Dopingbedarf.

- Trollsparven´s Campsite & Cabin´s - Via Lappia 1,  98010 Vittangi,  Tel. +4698110701

- zurück -


25. - Vittangi - Karesuando  - 107 km / 7:14 h -

nach dem wieder zurück zur Hauptstraße gefahren wurde, gilt es nun durch die gewohnte mal mehr oder weniger dicht bewaldete Landschaft, die letzten hundert Kilometer auf dieser bereits in Sizilien beginnenden Europastraße bis zu ihrem Endpunkt an der finnischen Grenze zu bewältigen. Auf dieser Teilstrecke ist recht wenig bis kaum noch Verkehr. Hin und wieder wird ein Haus passiert, sonst leere Straße und glatter Asphalt. Nach fünfzig Kilometern etwa wird Nedre Soppero erreicht, eine Ansiedlung von einem halben Dutzend Häuser, es gibt dort die Möglichkeit eine Hütte zu mieten oder zu zelten, jedoch weder bei der Hin.- als auch bei der Rückfahrt habe ich dort einen Menschen gesehen, nach fünf weiteren Kilometer kommt dann doch noch mal Leben in die verschlafene Landschaft. In Övre Soppero befindet sich eine SB - Tankstelle mit einem Kiosk, der erstaulich viele Waren in seinem Sortiment hat. Ein paar Meter weiter kommt der von einer Kirchengemeinde betriebene "Sopperogården", neben einer recht bunt gehaltenen Kirche befinden sich dort noch ein gleichfalls von der Gemeinde betriebenes Vanderhem und ein sehr schönes, preiswertes Restaurant. Kirche, Personal und Küche sind gleichermaßen Balsam für die Radlerseele. Hier sollte auf eine Pause nicht verzichtet werden. Die zweite Hälfte der Strecke bringt keinen Kontrast zur Ersten mit sich, alles wie gehabt. Erwähnt sei die ca. eine Stunde vor Karesuando, an einem See gelegene, mit Ofen und Möbel ausgestattete Schutzhütte, in welcher auch übernachtet werden kann. Holz für den Ofen lagert in einem Schuppen gleich nebenan. Ein Steg mit Tisch und Bänken, der in den See hinein reicht, lädt zur Pause und zur Reflektion über das schwedische Sozialgefüge ein. Karesuando ist der Grenzort und heißt jenseits des Muonio älv in Finnland Kaaresuvant. Gleich am Ortseingang befindet sich eine große Tankstelle mit einem angegliederten Geschäft. Der Laden ist der Hammer schlecht hin, es fehlte nur noch der Verkaufsständer mit "Winchester" Gewehren und die Kulisse eines "General Store" wäre für einen Wildwestfilm perfekt hergerichtet. Gerry Cooper hätte es hier bestimmt auch gut gefallen. Den Laden muss man gesehen haben. Auf der Hauptstraße, dem Laestadiusvägen, wird der Ort einmal durchquert, gegenüber des Grenzübergangs gibt es eine weitere Möglichkeit zu zelten oder eine Hütte zu mieten, der Campingplatz "Karesuando Camping" wird erreicht in dem auf dem Laestadiusvägen in Richtung Pajala bis kurz hinter dem Ortschild aus der Stadt heraus gefahren wird , dort biegt dann links der Zufahrtsweg ab. Kurz vorher bietet ein Hotel mit angeglidertem Vanderhem für den Fall, dass mal wieder ein Dach über dem Kopf gewünscht ist, seine Betten an. Die Etappe lässt sich locker fahren, und ist sehr verkehrsarm. No Problem so far.

- Karesuando Camping -  98016 Karesuando,  Tel. +4698120139

- zurück -


26. - Karesuando - Palojärvi  - 98 km / 6:26 h -

auf dem gleichen Weg den wir gestern gekommen sind, geht es wieder zurück bis zum Grenzübergang, im Hotel "Artic Star" können unterwegs die letzten schwedischen Kronen in die Teilnahme an einem Frühstücksbüfett investiert werden, für die geforderten fünfzig Kronen ist das Angebot durchaus als preiswert zu bezeichnen. In der Touristeninformation auf der Grenzbrücke besteht eine kostenlose Möglichkeit zu surfen. Drüben auf der finnischen Seite geht der parallel zum Muonio älv auf der E 8 erst mal für ca. fünfundreißig Kilometer mit leichten Auf und Ab bis Palojoensuu in südöstliche Richtung. Die Landschaft hat Ähnlichkeit mit der Lüneburger Heide, etwa zur Hälfte dieses Teilstückes in Kuttanen, ist ein Rastplatz mit einem Kåta - Café, dort bittet ein Sami seine geräucherten Fischspezialitäten unter anderem an. In Palojoensuu wird auf die Fernstraße 93 abgebogen, die restlichen fünfundzwanzig Kilometer bis Enontekiö lassen sich auf der weiterhin verkehrsarmen Straße durch eine zusehends karger werdende Landschaft gut fahren. In Enontekiö sind zwei Campingplätze und diverse Einkaufs.- und Einkehrmöglichkeiten gegeben. Die Ladenöffnungszeiten in Finnland und auch später in Norwegen sind mit unseren alten Öffnungszeiten vor der sogenannten Liberalisierung, bis meistens auf achtzehn Uhr begrenzt. Die Fernstraße 93 biegt bereits vor dem Ortskern nach Norden ab. Die restlichen, knapp vierzig Kilometer werden recht unspektakulär auf der manchmal an ein Rollfeld erinnernden flachen Straße zurück gelegt. In Leppäjärvi gibt es einen Souvenirladen welcher auch Erfrischungen anbietet. In Palojärvi befindet sich der Campingplatz direkt an der Straße und lässt sich nicht verpassen, außer in der Hauptsession schließt er aber schon ungewöhnlich früh. In Finnland trafen wir nur wenige Menschen mit Englischkenntnissen, auch wenn sie durchweg alle sehr ernst bis mürrisch reinschauten, das harte Klima formt wohl das Leben, wurde uns mit Händen und Füßen doch immer sehr willig weitergeholfen; auch schlagen die Uhren hier anders, es gilt die osteuropäische Zeit (+ 1). Die Etappe ist einfach und locker auf verkehrsarmer Straße zu fahren, die gesparten Nerven und Energie, kann man je nach Wetterlage jetzt zur Bekämpfung der Mücken gut gebraucht werden.

- Galdotieva Camping - Ruijantie 2605,  99440 Leppäjärvi,  Tel. +35816528630

- zurück -


27. - Palojärvi - Badje Maze  - 116 km / 8:08 h -

durch eine auch auf diesem Stück recht dünn bewachsene Landschaft geht es für knapp zehn Kilometer auf flacher und gerader Straße zur norwegischen Grenze, auch hier war soweit das Auge reichte, keine menschliche Beamtenseele zu sehen. Auf verkehrsarmer, gut befahrbarer Straße geht es ohne erwähnenswerte Höhenunterschiede weitere fünfzig Kilometer bis nach Kautokeino. Diese dreitausend Seelengemeinde gilt als ein Centrum der Samenkultur. Einigemal sahen wir sie in ihren traditionellen Trachten gekleidet sehr souverän ihre alltags Angelegenheiten nachgehen. Die direkt an der Straße vor der Stadt gelegenen Campingplätze, zwei oder drei an der Zahl, verfügen über keinen Rasen und erschienen fürs Zelten als völlig ungeeignet. Im Ortskern befinden sich einige Geschäfte, Tankstellen und auch ein sehr ansprechendes Café. Bis Geaidnovuohppi geht es die nächsten dreißig Kilometer wieder durch recht karges Land, öde Steinfelder im Wechsel mit verkrüppelten Restgrün. Etliche Steigungen und Abfahrten sorgen für sportliches Intervalltraining. Die Etappe wird im Internet von einigen Radlern als sehr anstrengend beschrieben, dies kann ich so nicht bestätigen aber dort oben in der Finnmark hängt das Vorankommen auch viel von den Windverhältnissen ab und vielleicht hatten wir nur mehr Glück als die anderen. Kurz bevor die Rv 92 rechts abbiegt, laut Aussage des Campingplatzbesitzers in Karesuando soll sie flacher und deshalb einfacher zu fahren sein als unsere Route über Alta, befindet sich nochmal ein kleines Gasthaus. Die in einem Blogg erwähnten hier anzutreffenden Hunde, erwiesen sich als real und jagten auch mich ein Stück des Weges, richtige Kampfmaschinen waren es aber zu Glück nicht, eher unterforderte Hofhunde, die sich über je Art von "Action" freuen. Nochmals dreißig Kilometer mittlerer bergauf und ab Fahrt und der Campingplatz in Badje Maze ist erreicht. Auf dem Campingplatz befindet sich ein recht adrett wirkendes Restaurant, dessen Speiseangebot sich aber weitgehend auf Hamburger in verschiedenen Größen beschränkt, unten, direkt im Ort soll es ein Restaurant, Lebensmittelgeschäft und Tankstelle als Kombipack geben. Ich war aber nicht vor Ort,sondern habe dies nur als Info erhalten. Wie erwähnt empfand ich die Etappe im Gegensatz zu manch anderem Kollegen nicht so extrem anstrengend, hier sei nochmals erwähnt dass ich alles andere als ein Bergfahrer bin.

- Masi Turistsenter -  9525 Maze,  Tel. +4778487524

- zurück -


28. - Badje Maze - Øvre Alta  - 68 km / 04:53 h -

die heutige Etappe beginnt erst mal mit einer satten Steigung, gefolgt dann von knapp 20 Kilometer auf eher als flach zu bezeichnender Straße durch die bei mir eine Melancholie fördernde Landschaft der Tundra, bis zum Campingplatz "Suolovuobmi fjellstue", der hier einsam vor sich hin wartend sich auf Gäste freut. Für´s Zelten spendiert er sogar ein Stück wenn auch sehr gebeutelten Rasen. Im Rezeptziongebäude bewirtschaftet die ausgesprochen herzliche Besitzerin ein Café, mag es vielleicht nur an dem Kontrast der Innenwelt zu Außenwelt gelegen haben aber so was von gemütlicher Behaglichkeit habe ich selten erlebt und hätte es so hier im Wilden Norden auch nicht für möglich gehalten es so zu finden. In der Wüste nennt man solche Vorposten neuen Lebens wohl voller Hoffnung Oasen. Eine Pause hier darf man eigentlich nicht auslassen. Die Rv 93 führt und alsdann kilometerlang durch das "Alta Canyon". Naturgewalt live, Schöpfergeschichte für den Städter begreifbar gemacht im brachialen Design. Mit bis zu acht Prozent Gefälle geht es teilweise einer Achterbahnabfahrt gleich die Schluchten runter. Absolut nur beeindruckend. Etwa 10 Kilometer vor Alta macht die Natur den totalen break, man fühlt sich beim Verlassen des Tales nach Bayern gebeamt, grüne Wiesen und Kieferwälder säumen die Straße jetzt. Da ich vor Staunen den Mund kaum noch zu bekam freute es mich besonders, dass es hier auch keine Mückenplage gab. Einfach nur geil, wie der Lateiner sagt. Kurz vor Alta, in Øvre Alta geht links der Tøllefsvei ab, nach ca. fünfhundert Metern ist der Campingplatz "Alta Strand Camping og Apartment" erreicht, in der unmittelbaren Nachbarschaft befinden sich noch weitere Plätze. Ich bin aber überzeugt mit meiner Auswahl den Besten gewählt zu haben. Da die Etappe zum einen nicht sehr lang ist und auch in Nordrichtung mehr abwärts führt, ist sie eher der Kategorie "Dahabenwirunsaberauchnichtkaputtmachenmüssen" zu zuordnen.

- Alta Strand Camping og Apartment - Steinfossveien 29,  9518 Alta,  Tel. +4778434022

- zurück -


29. - Øvre Alta - Russenes  - 121 km / 9:06 h -

über den Steinfossveien geht es zurück zur Rv 93, nach eine paar Metern beginnt rechts die Fv 15 welche um Alta herum führt, da sie aber sehr steil ist wurde mir vom Campingplatzbesitzer dringend abgeraten sie zu nutzen. Nach zwei auf der Rv zurüvk gelegten Kilometern bekommt diese einen Radfahrweg, welcher auf den Thomasbakkveien stößt, dieser führt direkt zum Altaveien, der E 4. Bis Elvebakken liegen einige Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen und eine Bäckerei auf unserem Weg, so dass ein Umweg durch die City unter der Gesichtspunkt der Verpflegungseindeckung nicht nötig ist. Acht Kilometer geht es am Altafjord entlang, was recht beeindruckend ist. Beim Abzweig der Fv 28 in Rafsbotn besteht nochmal in einem Lebensmittelgeschäft eine Einkaufsmöglichkeit. Dann geht es für die nächste Zeit erst mal mit bis zu neun prozentigen Steigungen kräftig bergauf. Später auch mal bergab, aber nur um gleich danach noch höher, jetzt bis jenseits der Baugrenze hinauf zu gehen. Für siebzig Kilometern kommt jetzt, abgesehen von vereinzelt in der Tundra stehenden Samenhäusern, hin und wieder mal mit einem Strauch floristisch aufgewertet, so gut wie nichts, nach einem Baum muss lange ausschaugehalten werden. Die Steigungen und Gefälle sind dafür oben auf dem Plateau aber recht moderat. Verkehr ist mehr als vermutet würde. Hier wird einem auch deutlich, wie viele Radler die gleiche Idee hatten, reichlich kommen sie einem jetzt bereits auf ihrer Rückfahrt entgegen. Für Norweger ist es zudem recht populär vom nördlichsten zum südlichsten Punkt der Heimat mit dem Rad zu fahren. Nach achtzig Kilometern in Skaidi geht die Straße nach Hammerfest ab, hier befinden sich ein Lebensmittelgeschäft, eine Tankstelle und ein Restaurant. Wer möchte kann auch in einem Hotel hier übernachten. Ein paar Kilometer in Richtung Hammerfest gefahren, bietet das Repparfjord Ungdomssenter in Kvalsund eine erheblich ruhigere Möglichkeit für´s Zelten an als der Russenes"Camping Platz. Von Skaidi aus sind es nach Russenes am Olderfjord noch mal so um die fünfundzwanzig Kilometer, durch eine lange Abfahrt auf diesem Teilstück wird, wenn schon nicht die Muskeln so doch das Herz erwärmt. Soll meinen, lässt sich recht locker bewältigt. In Leaibevuotna stößt man auf die E 69, vornean ist gleich eine Tankstelle, daneben befindet sich auch noch ein Lebensmittelgeschäft, nach ein paar hundert Metern ist der Campingplatz nicht mehr zu verfehlen. Auch nach Abschluss dieser Etappe winkt kein Eintrag in irgendein Buch der Rekorde. Voll machbar.

- Russenes Camping -  9713 Russenes,  Tel. + 4778463711

- zurück -


30. - Russenes - Honningsvåg  - 106 km / 8:17 h -

die Etappe ist mit ihren fünf Tunneldurchfahrten in einer Gesamtlänge von knapp fünfzehn Kilometern für Radler die sich auch ein Leben im Untergrund vorstellen können, als Schnupperpraktikum bestens geeignet. Wer zu Platzängsten neigt, der kann von Havøysund nach Honningsvåg alternativ auch ein Schiff der Hurtigruten nutzen. Dieses fährt täglich und benötigt zwei Stunden Fahrzeit. Ich habe bei den Recherchen für meine Fahrt, damals im Internet die wildesten Storys über diese Tunnel gelesen. Selber neige ich in bestimmten Situationen auch gerne schon mal dazu mit Hektik oder Panik zu reagieren. So wollte ich mich von der Wirkung dieser Etappe überraschen lassen. Nach einer Stunde Fahrt, immer am Porsangerfjord entlang, erreichte ich mit gemischten Gefühlen den 2.980 Meter langen Skarvbergtunnel, ohne viel nachzudenken fuhr ich hinein. Die Ausleuchtung überstieg schon mal meine Erwartung, der Zustand der Fahrbahn war so weit ok und viel Verkehr war auch nicht. Als ich wieder ans Tageslicht kam, hatte ich eine neue Bestätigung, wie wichtig eigene Erfahrungen sind. Es war schlicht und einfach nur kalt im Tunnel, ansonsten war nichts aufregend dort. Eine Beleuchtung soll man natürlich mit genommen haben auch wenn sie nur für diesen einen Tag wirklich gebraucht wird. Der zweite und vierte Tunnel sind mit 496 bzw. 190 Meter Länge nicht weiter erwähnenswert. Hingegen eilen dem Nordkaptunnel mit seinen 6.870 Metern Länge ja die heißesten Stories voraus. Von nicht beleuchtet bis für Radfahrer eigentlich gesperrt reicht die Palette. Moralisch gestärkt und gefestigt durch die bereits gemeisterten Tunnel, fuhr ich wie es sich für einen am Rande des Ruhrgebietes Aufgewachsenen geziemt, mutig hinein. Der steilen Abfahrt folgt ein kurzes flaches Stück und dann geht es mit neun Prozent Steigung wieder der Sonne entgegen. Ich habe erst gar nicht versucht hochzufahren und gleich geschoben. Der Tunnel ist gut ausgeleuchtet, hat einen schmalen Gehsteig, die noch zurückzulegende Strecke wird alle zweihundert Meter angezeigt. Wenn ein Auto sich nähert hat man keine Peilung ob es von vorne oder hinten heran eilt. Irgendwann, noch bevor es einen passiert hat, bricht sich der Schall an der Decke und hört sich wie ein vorbeirauschender Güterzug an. Faszinierend. Irgendwann dachte die vor sich im Bauch dahin schlummernde Panik, dass jetzt ihre Zeit gekommen sein, dadurch dass ich in Bewegung war und mir schnell ein paar bunte Bilder in den Kopf zauberte ging die ganze Unterquerung letztlich doch friedlich ab. Kurz vor Honningsvåg sind noch mal 4.440 Meter unterirdisch zu meistern, was wegen des jetzt erhöhten Verkehrsaufkommens etwas nerviger war. Ansonsten führt die Etappe durch eine sehr anmutende Landschaft. Wie ordentlich am Wegesrand aufgestapelte Holzbretter sahen die Schieferhügel am Rand der Straße aus und zeugten vom Ordnungsinn der Natur. Ein Blick auf den friedlich da liegende Fjord könnte einem Binnenmatrosen an der Richtigkeit seiner Berufswahl zweifeln lassen. Je nachdem wie das Wetter sich gibt und dies änderte sich von Frühjahr auf Herbst innerhalb einer Stunde als ich dort war, kann der Schweregrad der Strecke schnell variieren. Kurz vor Honningsvåg geht von der E 69 rechts der Nordkappveien ab. Dieser führt direkt ins Centrum, gleich vorne an ist eine Tankstelle mit dem üblichen, integrierten Imbiss. Ein paar hundert Meter weiter ist ein großer Supermarkt angesiedelt. Der Campingplatz wird auf der E 69 bleibend nach kurzer Fahrzeit erreicht. Dies ist schon eine der faszinierendsten Teilstrecken der ganzen Reise gewesen.

- Nordkapp Camping -  9751 Honningsvåg,  Tel. +4778473377

- zurück -


31. - Honningsvåg - Nordkap  - 26 km / 3:02 h -

ein kleines Statement gleich zum Anfang dieser letzten Etappe, sie war mit Abstand das Härteste was mir auf meinen insgesamt ca. fünfzigtausend gefahrenen Radkilometern bisher untergekommen ist. Ihre Schwierigkeit lässt sich schon von der gebrauten Fahrzeit für die paar Kilometer, diese auch noch ohne Gepäck gefahren, ableiten. Gleich zu Beginn geht es in Serpentinen in bis zu neun Prozent starke Steigungen hinein. Das Hoffen auf ein Ende bleibt erst mal für fünf bis sechs Kilometer unerfüllt. Windböen fegten mich fast jedes Mal vom Rad. Die Straße ist so was von schmal und auf der Seite der Rückfahrt würde es abends bös am Abgrund entlang gehen. Ich nahm mir vor, vom Nordkap aus mir die ordnungsgemäße Begleichung meiner Lebensversicherungsrate telefonisch bestätigen zu lassen. Ein paarmal war ich kurz davor die Fahrt abzubrechen, nur das Wissen, morgen oder übermorgen die gleichen Probleme zu haben ließen mich weiter fahren. Ein paar Kilometer ging es zwischenzeitlich auch mal auf der horizontalen Ebene entlang oder eine kurze Abfahrt versuchte das Herz zu erfreuen. Nach fünfzehn Kilometern geht eine Straße nach Skarsvåg ab, dort gibt es einen bewirtschaften Campingplatz, ich denke mal keiner wird diese sechs Kilometer Umweg auf sich nehmen wenn er hier mit dem Rad unterwegs ist. Die Landschaft vermittelte einen Eindruck davon wie es auf dem Mond aussehen könnte. Irgendwann war aber auch dieser Horror vorbei und ein Schild fordert schon mal zum Eintrittsgeld abzählen auf. Die Zeiten als Radfahrer für lau rein durften sind seit 2009 vorbei. Eine hübsche, junge Frau erzählte aus ihrem Kassenhäuschen heraus im fehlerfreien Deutsch, dass Radfahrer jetzt einhundert dreißig Kronen Eintritt bezahlen müssen. Die meisten Radler die ich gesprochen hatte, zahlten diesen Betrag auch, teilweise nach langen Diskussionen. Mir war es nach der Quälerei echt egal ob ich jetzt noch Eintritt bezahle und zückte bereitwillig mein Geld, worauf die junge Dame sagte, eigentlich habe sie mich ja gar nicht so richtig kommen sehen und ich solle mal so weiterfahren. Vielleicht wollte sie einem alten Mann eine Freude machen oder freute sich selber darüber nicht diskutieren zu müssen und wollte dies so honorieren. Der Trubel in den Nordkapphallen ist vergleichbar mit dem auf dem Drachenfels in Bad Godesberg, nur nördlicher stattfindend. Hier wollten wir hin, auch wenn der Weg insgeheim immer das wahre Ziel gewesen ist, nun waren wir da. Riderman trank darauf erst mal seinen tausensten Becher Kaffee auf dieser Tour. Da sich der Wind beruhigt hatte war die Rückfahrt dann nicht mehr ganz so brutal wie die Hinfahrt, aber sie bleibt als Ultra - für was auch immer im Gedächtnis haften.

- www.nordkapp.no -

- zurück -


Nach netto 2.849 Kilometern, zurückgelegt in 208 Fahrstunden haben wir (Fury und Riderman) am 1. Juli 2009 um 14:45 Uhr unser Ziel erreicht. Wir waren seit 36 Tagen unterwegs. In diesem Zeitraum waren auf der Grundlage der Zahlenerhebung der Welternährungsorganisation der UNO (FAO), etwa 900.000 Menschen an Hunger und dessen Folgen gestorben. Allen, die bis hierhin gelesen haben wünsche ich bei der Umsetzung ihres eventuellen Reiseplanes viel Ausdauer, bedanke mich für das Interesse und würde mich freuen nach einer erfolgreichen Rückkehr eine Mail zu bekommen .

© by Peter Bauermann, 2009 - 2010

- Seitenübersicht -

zur Startseite

- www.peter-goes-north.de -

Valid HTML 4.01 Transitional